Qualifikation und Nachwuchsförderung

An der Professur werden sowohl Dissertationen als auch Examensarbeiten betreut. Interessenten wende sich bitte an m.may@uni-jena.de (siehe auch Hinweise zu Examensarbeiten unter Downloads).

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Ilka Maria Hameister

Laufendes Dissertationsvorhaben: „Konfliktbegegnung im Politikunterricht. Zwischen Einlassung und Distanzierung“

Betreuer: Prof. Dr. Michael May

Der Umgang mit pluralen und pluralisierenden Selbst- und Weltvorstellungen stellt eine der zentralen Herausforderung für unsere Gesellschaft und damit auch für Schulen und den Politikunterricht dar. Die sich daraus ergebenden divergierenden Positionen sind dabei weniger in dem harmonischen Nebeneinander der Vielheit der Perspektiven konfiguriert, sondern immer häufiger von hartnäckigem Streit und offenem Dissens gekennzeichnet. Dominiert derzeit in der politischen Bildung ein deliberativer Umgang mit Konflikten im Politikunterricht, der auf eine (temporäre) kommunikative Resolution des Konfliktgegenstands ausgerichtet ist, fordern differenzdemokratische Bewegungen in den Bezugstheorien diesen Zugang zunehmend heraus. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, theoretisch-konzeptionell zu erarbeiten, aus welchen Logiken, mit welchen Mitteln und Zielen Konflikte in der Politikdidaktik inszeniert werden und welche Impulse zeitgenössische differenzdemokratische Theorien für die Anschlussfähigkeit politikdidaktischer Zugänge für gegenwärtige Konfliktanforderungen und -Bedingungen leisten können.

 

Chaomo Huang

Laufendes Dissertationsvorhaben: „Deutsche Erinnerungskultur und Politische Bildung aus chinesischer Sicht“

Betreuer: Prof. Dr. Michael May

Die Erinnerung an die NS-Vergangenheit und den Zweiten Weltkrieg unterliegen gegenwärtig vielseitigen Herausforderungen und Veränderungen. Zentrale Bedeutung nehmen dabei der Abschied von der Zeitzeugenschaft sowie der damit verbundene Wandel hin zu einer medialen Vermittlung von Erinnerung, politische Forderungen rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen nach erinnerungspolitischen Wenden oder die zunehmende Heterogenisierung der deutschen Gesellschaft durch Zuwanderung und die damit einhergehende Pluralisierung von Erinnerung ein. Dass Erinnerungskultur und Erinnerung an die NS-Vergangenheit und den Zweiten Weltkrieg immer auch eine pädagogische Dimension aufweisen, ist nicht zuletzt durch Adornos Forderung, dass alle Erziehung darauf hinzuwirken habe, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, klar. Insofern werden Erinnerung und Erinnerungskultur auch zum Gegenstand historisch-politischer Bildung. Weithin unklar ist indes – abgesehen von allgemeinen Bekundungen – der genaue Beitrag der Erinnerungskultur für die politische Bildung. Anliegen der Dissertation ist deswegen, den Beitrag der Erinnerungskultur für die politische Bildung im Spannungsfeld von Geschichtsbewusstsein, politischer Mündigkeit und Rechtsextremismusprävention genauer zu bestimmen und hierbei auch eine vergleichende Perspektive (Deutschland-China) zu nutzen.

 

Benjamin Moritz

Laufendes Dissertationsvorhaben: „Außerschulische Lernorte in der politischen Bildung. Eine qualitativ-empirische Studie“

Betreuer: Prof. Dr. Michael May

Die Auseinandersetzung mit außerschulischen Lernorten erfolgt in der Politikdidaktik vorwiegend auf der theoretisch-konzeptionellen Ebene. Trotzdem Begegnungen zwischen Schülern und außerschulischen Lernorten in der Praxis häufig stattfinden, liegen also kaum empirisch gesicherte Erkenntnisse über die Interaktion zwischen Schülern und Ort vor. Das Projekt widmet sich diesem Forschungsdesiderat der Politikdidaktik und konzentriert sich dafür auf den Lernort Landtag. Ausgehend von der Annahme, dass Exkursionen eher vorhandene Wissensbestände der Schülerinnen und Schüler bestätigen und für die Wahrnehmung der Orte besonders implizite Wissensbestände (z.B. alltagsweltlich verinnerlichte Vorurteile über Politik) Relevanz erlangen, versucht das Projekt die Fragestellung zu beantworten, welche implizit handlungsleitenden Wissensbestände der Schülerinnen und Schüler das gemeinsame Erleben und Verarbeiten einer Exkursion zum Lernort Landtag strukturieren. Aus den empirisch generierten Ergebnissen sollen dann in einem zweiten Schritt didaktisch-methodische Schlussfolgerungen für politische Bildung am Lernort Landtag gezogen werden. Da in dem Projekt implizite und kollektiv geteilte Wissensbestände der Schülerinnen und Schüler im Fokus stehen, orientiert es sich an der Methodologie rekonstruktiver Sozialforschung. Es nutzt Gruppendiskussionen als Erhebungsinstrument, die eine bis eineinhalb Wochen nach dem Landtagsbesuch geführt werden. Dabei thematisiert eine kleine Gruppe Lernender ausgehend von einem Gesprächsimpuls selbstläufig ihre Erlebnisse während des Landtagsbesuchs. Die transkribierten Diskussionen werden dann mit Hilfe der Dokumentarischen Methode (Ralf Bohnsack) ausgewertet.

 

Christian K. Tischner

Laufendes Dissertationsvorhaben: “Handlungsorientierung und Kompetenzentwicklung im Politikunterricht. Eine empirische Überprüfung der Leistung handlungsorientierter Methoden und Verfahren der politischen Bildung auf die Kompetenzentwicklung im Sinne des lebenslangen Lernens” 

Betreuer: Prof. em. Dr. Carl Deichmann

Auf Basis der für die politische Bildung vorgeschlagenen Kompetenzmodelle und EPAs sollen handlungsorientierte Unterrichtssequenzen analysiert und auf ihre Bedeutung für die Kompetenzentwicklung bei Schüler(inne)n untersucht werden.

Ziel des Promotionsvorhabens ist es herauszufinden, ob und in welcher Intensität Kompetenzen, die das lebenslange Lernen im Sinne politischer Bildung befördern, durch handlungsorientierte Methoden der politischen Bildung tatsächlich entwickelt werden.
Die unter Anwendung qualitativer Forschungsmethoden gewonnenen Erkenntnisse sollen ein empirisch gesichertes Wissen über die Wirkzusammenhänge von Kompetenzentwicklung, Bedingungsgefügen (Lernvoraussetzungen der Schüler, Lehrerpersönlichkeit) und handlungsorientierten Unterrichtsmethoden geben.

Mit den Untersuchungsergebnissen soll das Ziel verfolgt werden, Konsequenzen für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen in der politischen Bildung bezüglich der Befähigung zu lebenslangem Lernen aufzuzeigen, Rückschlüsse für die Ausbildung und Professionalisierung des Lehrpersonals zu ziehen, wissenschaftlich unterlegte Hinweise für zu formulierende Bildungsstandards in der politischen Bildung zu geben und die Entwicklung diagnostischer Verfahren zur Messung politischer Kompetenzen zu forcieren.

 

Jan Batzer

Laufendes Dissertationsvorhaben: "Repräsentation und Imagination. Untersuchung der visuellen Vermittlung und Aushandlung politischer Identitäten bei Jugendlichen"

Betreuer: Prof. Dr. Michael May

Die Lebenswelten Jugendlicher werden in zunehmendem Maße medial - und darin insbesondere visuell - vermittelt. Diese Verlagerung auf die visuelle Darstellung eigener Realitäten, Vorstellungen und Konzepte drückt sich im sogenannten „pictoral turn“ aus, also einer gesellschaftlichen Ästhetisierung, die alle Bereiche des Sozialen erfasst. Zugleich schwindet in pluralen demokratischen Gesellschaften die konkrete visuelle Wahrnehmbarkeit politischer Institutionen. Ihre komplexen Zusammensetzungen erfordern Repräsentationen um die abstrakten Institutionen für die Bürger*innen eines Staates kognitiv greifbar zu machen, was vor allem durch Symbole und Bilder ermöglicht wird. Folglich findet die Identifikation junger Menschen mit politischen Akteuren, Initiativen und Bewegungen zunehmend auf visueller Ebene statt. Davon ausgehend möchte die Arbeit untersuchen, welche visuellen Mittel Jugendliche nutzen, um politische Vorstellungen und Identitätsentwürfe herauszubilden und zu kommunizieren. Neben der empirischen Untersuchung sollen die gewonnenen Erkenntnisse in einen übergreifenden theoretischen Kontext überführt werden. Wo in der politischen Bildung der Fokus oftmals auf der kognitiv-rationalen Betrachtung liegt, soll hier der Begriff des Imaginären, der die Synthesen - aber auch Widersprüche - zwischen rationaler Erkenntnis und emotionalen Verknüpfungen umfasst, politikdidaktisch nutzbar gemacht werden. Das Ziel der Arbeit ist die Eröffnung von konzeptuellen Handlungsmöglichkeiten, um stark affektiv und emotional determinierte politische Diskurse und ihren Einfluss auf die Vorstellungsbildung bei Jugendlichen zu rekonstruieren und zielgruppenorientiert diskutieren zu können.

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Stefanie Kessler

“Demokratielehre in Politikunterricht und Schule. Eine qualitativ-rekonstruktive Studie zu Lehrorientierungen von Politiklehrern/innen”

Betreuer: Prof. Dr. Michael May/Zweitbetreuer: Prof. Dr. Anja Mensching

Steffen Piller

“Ökonomie in der schulischen politischen Bildung – die Integration ökonomischer Aspekte unter besonderer Berücksichtigung der modernen Institutionenökonomik”

Betreuer: Prof. em. Dr. Carl Deichmann/Zweitbetreuer: Prof. Dr. Michael May 

Dennis Hauk

“Die Förderung der politischen Analyse- und Methodenkompetenz bei Schülern durch E-Learning: Politikdidaktische und empirische Grundlegung eines problem- und aktualitätsbezogenen Lernmodells”

Betreuer: Prof. em. Dr. Carl Deichmann/Zweitbetreuer: Prof. Dr. Michael May

Aktuelle Examensarbeiten Eintrag erweitern

Sommersemester 2022

  • Robert Bartl: Bearbeitung von Antisemitismus in der politischen Bildung