Forschung

Übersicht zu laufenden sowie abgeschlossenen Forschungsprojekten

Forschungsfelder des Lehrstuhls

  • Politische Soziologie
  • Parteien- und Parteiensystemforschung
  • Elitenforschung
  • Parlamentsforschung
  • Regionale und Lokale Politikforschung
  • Vergleichende Demokratieforschung
  • Wahlforschung

Laufende Forschungsprojekte

Teilprojekt B04 "Ökonomisches Eigentum und politische (Un-)Gleichheit. Eine elitensoziologische Analyse" im SFB/Transregio 294 Strukturwandel des Eigentums

Zusammenfassung des Projekts:
Für die repräsentative Demokratie ist die politische Gleichheit ein zentraler normativer Bezugspunkt. Trotz dieser formalen Gleichheit der Bürger*innen wird eine zunehmende Ungleichheit in Bezug auf die Partizipation und Repräsentation der Bevölkerung sowie hinsichtlich der Responsivität der politischen Eliten konstatiert. Anknüpfend an diese Debatte um eine ungleiche Demokratie geht das Teilprojekt von der Annahme aus, dass die Legitimationsprobleme entwickelter Demokratien eng mit den gesellschaftlichen Eigentumsverhältnissen sowie einem Strukturwandel durch Eigentum verbunden sind. Die zentrale Fragestellung lautet daher: Welchen Einfluss hat ökonomisches Eigentum auf die politische (Un-)Gleichheit und damit auf die Demokratie?

Die Bearbeitung der Fragestellung erfolgt aus einer elitensoziologischen Perspektive, wobei als politische Eliten nach dem Positionsansatz Parlamentsabgeordnete und Regierungsmitglieder auf der nationalen und subnationalen Ebene gelten. Die Analyse erfolgt in zwei Bereichen: Erstens wird die Bedeutung ökonomischen Eigentums im Vergleich mit politischen und anderen Ressourcen im Verlauf politischer Karrieren analysiert, womit der Blick auf die Offenheit beim Zugang zu Elitepositionen gerichtet wird. Zweitens fragt das Projekt nach den Eigentumswirkungen im Vergleich zu weiteren zentralen Faktoren und Mechanismen, die im Verhältnis von Eliten und Be-völkerung ungleiche Repräsentation und Responsivität bedingen. Die Fragestellung wird auf Basis eines Mixed-Methods-Forschungsdesigns aus standardisierten Bevölkerungs- und Elitenbefragungen, einer qualitativen Panel-befragung sowie Dokumenten- und Sekundärdatenanalysen bearbeitet. Das Teilprojekt fokussiert in der ersten Förderperiode auf die Analyse aktueller Eigentumswirkungen auf das demokratische System für den deutschen Fall, um davon ausgehend in späteren Förderphasen eine vergleichende und longitudinale Perspektive des Wandels durch Eigentum einzunehmen.

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Reiser (Universität Jena) und Dr. Lars Vogel (Universität Leipzig)

Beteiligte Institutionen: Universität Jena und Universität Leipzig

Förderinstitution: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Thüringen-Monitor

Seit 2018 wird der Thüringen-Monitor unter Leitung von Prof. Dr. Marion erstellt. Der Thüringen-Monitor ist eine seit 2000 jährlich stattfindende repräsentative Bevölkerungsbefragung zur politischen Kultur im Freistaat Thüringen. Ein besonderer Fokus liegt dabei jedes Jahr auf der Erforschung rechtsextremer Einstellungen, der Demokratieakzeptanz, der Demokratiezufriedenheit, dem Institutionenvertrauen und der politischen Partizipation der Thüringer Bevölkerung. Dies ermöglicht die Diagnose und Interpretation längerfristiger Entwicklungen (Zeitreihenanalysen). Auf den Websites der Thüringer Landesregierung und des Zentrums für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration (KomRex) können alle bisher veröffentlichten Thüringen-Monitore als .pdf-Dokumente abgerufen werden.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Marion Reiser
Wissenschaftliche Koordination:  Dr. Anne Küppers
Weitere Mitwirkende: Dr. Jörg Hebenstreit, Dr. Axel Salheiser, Dr. Lars Vogel

Im Auftrag der Thüringer Staatskanzlei

Forschungsfelderkundung und Machbarkeitsstudie zur Einführung eines Demokratie-Kompasses (MStDK)

Das Verbundprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) wird zusammen mit den nachstehend renommierten Expert:innen auf dem Gebiet der Demokratieforschung durchgeführt. Das Projekt umfasst in einem ersten Teil die systematisch-vergleichende Felderkundung der nationalen und internationalen empirischen Forschung zur demokratischen Kultur bzw. zu politischen Einstellungen auf der Basis der Vielzahl von quantitativ und qualitativ methodischen Studien. Im zweiten Teil des Projektes werden die Potentiale und Bedarfe für einen deutschlandweiten, repräsentativen „Demokratie-Kompass“ ausgelotet, mit dem bestehende Forschungslücken und Wissenstransferdefizite geschlossen werden könnten – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen und Herausforderungen der demokratischen Kultur.

Kooperationspartner*innen:

Projektlaufzeit Januar 2022 – November 2022

Förderinstitution: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) 

Forschungsprojekt "Innerparteilicher Wettbewerb bei der Kandidatenaufstellung"

Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit dem politischen Wettbewerb in der repräsentativen Demokratie, genauer mit dem innerparteilichen Wettbewerb in Deutschland. Typischerweise wird politischer Wettbewerb in der repräsentativen Demokratie mit dem Wettbewerb zwischen den Parteien und somit mit der Wahl identifiziert. In Deutschland wie in anderen Demokratien finden jedoch entscheidende Teile dieses Wettbewerbs innerhalb der Parteien selbst statt. So ist der innerparteiliche Nominierungsprozess für die personelle Zusammensetzung des Bundestags nach wie vor sehr wichtig, da für die Mehrheit der Kandidaten bereits bei ihrer Nominierung feststeht, ob sie Abgeordnete werden oder nicht. Ziel ist eine Analyse der innerparteilichen Kandidatenselektion in Deutschland im Kontext der international vergleichenden Diskussion. Die zentrale Frage des Projektes lautet: Welche Faktoren und Mechanismen strukturieren den innerparteilichen Wettbewerb und seine Ergebnisse in Deutschland? Damit fokussiert die Studie auf Grad und Formen des Wettbewerbs, die Organisation sowie auf die zentralen Selektionskriterien.

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Reiser

Förderinstitution: Deutsche Forschungsgemeinschaft sowie Präsidium und Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt

Publikationen (Auswahl):

  • Reiser, Marion (2022): Strategies of the Party Selectorate: The Two-Level Game in District Selections in Germany’s Mixed Member Electoral System. In: Frontiers in Political Science. https://doi.org/10.3389/fpos.2021.780235.
  • Reiser, Marion (2020): Innerparteilicher Wettbewerb bei der Kandidatenaufstellung: Ausmaß – Organisation – Selektionskriterien. Springer VS: Wiesbaden [im Erscheinen].
  • Reiser, Marion (2019): Wettbewerb, Proporz, Solidarität – die konkurrierenden Logiken informeller Regeln bei der innerparteilichen Kandidatenaufstellung. In: Zeitschrift für Parteienwissenschaften 2: 195-205.
  • Reiser, Marion (2018): Contagion Effects by the AfD? Candidate Selection in Germany. In: Coller, Xavier/Codero, Guillermo/Jaime-Castillo, Antonio M. (Hrsg.): The Selection of Politicians in Times of Crisis. Routledge, 81-97.
  • Reiser, Marion (2014): The Universe of Group Representation in Germany: Analyzing Formal and Informal Party Rules and Quotas in the Process of Candidate Selection. In: International Political Science Review, 35(1), 56-66.
  • Reiser, Marion (2011): "Wer entscheidet unter welchen Bedingungen über die Nominierung von Kandidaten?" Die innerparteilichen Selektionsprozesse zur Aufstellung in den Wahlkreisen. In: Niedermayer, Oskar (Hrsg.): Die Parteien nach der Bundestagswahl 2009. Wiesbaden, 237-259.

Forschungsprojekt "Parlamentarische Sozialisation von Landtagsabgeordneten"

Im Rahmen des Projekts wird die parlamentarische Sozialisation von neuen Abgeordneten in den Landtagen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg untersucht. Das Projekt fragt danach, wie sich Neuparlamentarier in die Parlamentskultur des jeweiligen Parlaments sozialisieren und welche Auswirkungen dies auf ihre Einstellungen im Spannungsfeld zwischen Parlament, Fraktion, Partei und Bürger hat.

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Reiser ist gemeinsam mit Prof. Dr. Jens Borchert (Goethe Universität Frankfurt) Projektleiterin des Projekts.

Förderinstitution: Thyssen-Stiftung (2010-2014)

Publikationen (Auswahl):

  • Reiser, Marion/Hülsken, Claudia/Schwarz, Bertram/Hülsken, Claudia (2011): Das Reden der Neulinge und andere Sünden. Parlamentarische Sozialisation und Parlamentskultur in zwei deutschen Landtagen. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 42, 820-834.
  • Reiser, Marion (2018): Abgehoben und entkoppelt? Abgeordnete zwischen öffentlicher Kritik und Professionalisierungslogik. In: Brichzin, Jenni et al. (Hrsg.): Soziologie der Parlamente. Wiesbaden, 111-134.

Promotionsprogramm "Demokratie unter Stress: Herausforderungen, Problemwahrnehmung, Problemlösung“ am ZDEMO der Leuphana-Universität Lüneburg"

Das Promotionsprogramm untersucht, wie die neuen politischen, ökonomischen, ökologischen und kulturellen Herausforderungen an moderne Demokratien („Stressfaktoren“) von den Akteuren*innen eines politischen Systems vor dem Hintergrund einer umfassenden Legitimation und einer begrenzten Leistungsfähigkeit von Demokratien wahrgenommen, bearbeitet und gelöst werden. Das Spannungsverhältnis zwischen diesen beiden zentralen Anforderungen an demokratische Ordnung wird im Promotionsprogramm in drei Forschungsclustern bearbeitet, welche die inneren Kernfunktionen von Demokratie definieren: Partizipation, Repräsentation und Inklusion.

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Reiser ist Co-Projektantragstellerin, Betreuerin mehrerer Dissertationsprojekte und war bis 2018 gemeinsam mit Ferdinand Müller-Rommel Sprecherin des Promotionsprogramms

Förderinstitution: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (2016-2020)

Forschungsprojekt: "Unelected Legislators – Nicht-majoritäre Institutionen (NMIs) im Spannungsfeld von fehlender demokratischer Legitimation und funktionalen Vorteilen"

Projektleitung:
Dr. Jörg Hebenstreit

Non-majoritarian institutions (NMIs) wurden im Dickicht nationaler, europäischer und internationaler Institutionen von der politikwissenschaftlichen Forschung bisher weitestgehend übersehen. Dies ist umso erstaunlicher, als dass sich mit ihnen demokratietheoretische Grundfragen nach der Quelle von politischer Herrschaft, wie diese kontrolliert und wem gegenüber sie rechenschaftspflichtig sein soll, verbinden. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei nicht-majoritären Institutionen um Akteure*innen, die kollektiv verbindliche politische Entscheidungen treffen und mithin, wie nationalstaatliche Exekutiven, politische Autorität ausüben können, ohne aber gleichzeitig durch demokratische Wahlen, bürgerliche Partizipation oder (majoritäre) Mehrheitsentscheidungen legitimiert zu sein. Dass NMIs trotz alledem mit bemerkenswerten exekutiven Kompetenzen ausgestattet sind, die bisweilen tief in (inner-)staatliche Angelegenheiten eingreifen können, lässt sich mühelos an der aus EZB, IWF und Europäischer Kommission bestehenden Troika illustrieren. So übte jenes von der EU eingesetzte Expertengremium in der griechischen Staatsschuldenkrise erhebliche Macht aus und setzte unter anderem eine Kürzung von Renten, Löhnen und Mindestlöhnen, eine Abschaffung des Kündigungsschutzes, eine Aushöhlung des Tarifrechts, aber auch weitreichende Sparmaßnahmen und Entlassungswellen im öffentlichen Dienst durch. Die Troika verfügte dabei, wohl gemerkt, weder über eine demokratische Legitimierung, war keinem Parlament gegenüber rechenschaftspflichtig oder dazu gezwungen, ihre Austeritätspolitiken vom Europäischen Rechnungshof (EuRH) absegnen zu lassen – pointiert könnte man also sagen: Macht ohne Kontrolle. Das Forschungsprojekt soll sich intensiv mit diesem immer häufiger anzutreffenden Institutionentypus beschäftigen und neben der Troika auch zahlreiche andere nicht-majoritäre Institutionen ins Blickfeld rücken.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Forschungsprojekt "Kommunale Wählergemeinschaften als hybride politische Akteure" im Rahmen des SFB 580 Jena/Halle

Gegenstand dieses Projekts sind parteifreie Kommunale Wählergemeinschaften (KWG), die in Deutschland bei Wahlen zu kommunalen Vertretungskörperschaften (Gemeinderäte und Kreistage) kandidieren bzw. Mandate erringen. Untersucht werden sollen diese Gruppierungen komparativ und longitudinal darauf hin, wie sich ihre Vernetzung mit der Sozialgemeinde, ihre – ausgesprochen zwiespältige – Position im lokalen und überörtlichen Parteiensystem, ihr programmatisches Profil, ihre soziale Zusammensetzung und ihr Politikstil ausformt und möglicherweise verändert.

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Reiser war von 2004-2008 wissenschaftliche Koordinatorin des Teilprojekts, für die Laufzeit 2008-2012 war sie gemeinsam mit Everhard Holtmann Projektantragstellerin

Förderinstitution: Deutsche Forschungsgemeinschaft (2004-2012)

Publikationen (Auswahl):

  • Reiser, Marion/Everhard, Holtmann (2008): Farewell to the party model? Independent local lists in East and West European countries. Aus der Reihe: Urban and Regional Research International, Volume 11, VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden.
  • Reiser, Marion/Rademacher, Christian/Jaeck, Tobias (2008): Präsenz und Erfolg Kommunaler Wählergemeinschaften im Bundesländervergleich. In: Vetter, Angelika (Hrsg.): Erfolgsbedingungen lokaler Bürgerbeteiligung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 123-147.
  • Reiser, Marion (2011): Kommunale Wählergemeinschaften – Deutsche Besonderheit oder gesamteuropäisches Phänomen? In: Morlok, Martin/Poguntke, Thomas (Hrsg.): Politik an den Parteien vorbei? Freie Wähler und Kommunale Wählergemeinschaften als Alternative. Nomos: Baden-Baden, 73-93.

Forschungsprojekt "Directly Elected Mayors: Impact on the Local Party System"

Projekt im Rahmen des DAAD-Programms zur Strategischen Partnerschaft der Universitäten Frankfurt und Birmingham

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Reiser war gemeinsam mit Dr. Karin Bottom (Universität Birmingham) Projektleiterin

Förderinstitution: DAAD (2013-2014)

Publikation:

  • Bottom, Karin/Reiser, Marion (2014): Still want to Party? An assessment of Party Politicization in Directly Elected Mayoral Authorities in England and Germany’s North-Rhine Westphalia. Public Money and Management, 34(5), 339-346

Forschungsprojekt "Professionalisierung der Kommunalpolitik"

Ratsmitglieder in deutschen Großstädten befinden sich in einem Dilemma: Auf der einen Seite sind sie formal ehrenamtliche Feierabendpolitiker*innen, auf der anderen Seite ist die Mandatsausübung mit einem sehr hohen Zeitaufwand verbunden. Marion Reiser untersucht, welche individuellen Strategien die Ratsmitglieder*innen anwenden, um Beruf und Mandat zu vereinbaren, und ob dieser hohe Zeitaufwand zu einer schleichenden Professionalisierung der Kommunalpolitik führt. Am Beispiel von vier deutschen Großstädten - Frankfurt am Main, Hannover, Nürnberg und Stuttgart – wird gezeigt, dass solche Professionalisierungsprozesse tatsächlich stattfinden, sich jedoch nach Grad und Muster von Stadt zu Stadt überraschend stark unterscheiden.

Projektleitung: Prof. Dr. Marion Reiser

Förderinstitution: Promotionsprojekt gefördert von der Volkswagen-Stiftung im Rahmen der von Prof. Dr. Jens Borchert geleiteten Nachwuchsgruppe ‚Politik als Beruf‘ an der Georg-August-Universität Göttingen

Publikationen (Auswahl):

  • Reiser, Marion (2006): Zwischen Ehrenamt und Berufspolitik: Professionalisierung der Kommunalpolitik in deutschen Großstädten. Aus der Reihe: Stadtforschung aktuell, Band 107, hrsg. v. Hellmut Wollmann. VS Verlag für Sozialwissenschaften: Wiesbaden (zugleich Dissertation Universität Göttingen 2005).
  • Reiser, Marion (2010): Ressourcen- oder Mitgliederbasiert? Zwei Formen politischer Professionalisierung auf der lokalen Ebene und ihre institutionellen Ursachen. In: Edinger, Michael /Patzelt, Werner J. (Hrsg.): Politik als Beruf. Politische Vierteljahresschrift, Sonderheft 44/2009, 121-144
  • Reiser, Marion (2017): Zeitaufwand für das kommunalpolitische Ehrenamt. Eine Mehrebenenanalyse zu kontextuellen und individuellen Einflussfaktoren auf den Zeitaufwand ehrenamtlicher Kommunalpolitiker. In: Tausendpfund, Markus/Vetter Angelika (Hrsg.): Politische Einstellungen von Kommunalpolitikern im Vergleich. Wiesbaden, 81-109.

Forschungsprojekt: "Election or Auction. Wahlkampffinanzierung und Demokratie in den USA nach 'Citizens United'"

Projektleitung: Dr. Jörg Hebenstreit

Mit dem Urteil Citizens United v. Federal Election Commission hat der Supreme Court der USA im Januar 2010 die Schleusen für unbegrenzte Wahlkampfspenden von Unternehmen, Banken und Einzelpersonen geöffnet. Jene Zuwendungen können zwar nicht direkt an Kandidaten*innen, wohl aber an ihnen nahestehende Super Political Action Committees (kurz: Super PACs) transferiert werden. Die auch schon vor 2010 hohen Wahlkampfkosten steigerten sich seitdem um mitunter exponentielle Faktoren. Im Rahmen der Dissertation soll mit Hilfe quantitativ-statistischer Verfahren einerseits der Frage nachgegangen werden, welchen Einfluss die Variable „Geld“ mit Blick auf den Wahlausgang besitzt, sowie andererseits die generellen Auswirkungen auf den politischen Prozess thematisiert werden. Lassen sich neben dem elektoralen Prozess also auch Auswirkungen auf die Rekrutierung politischen Personals, das sogenannte „permanent campaigning“, die Wahlbeteiligung, die Polarisierung, den legislativen Prozess, u.v.m. feststellen? Neben diesem rein empirischen Zugang sollen im Lichte der Politischen Theorie aber auch grundlegende Fragen nach Gerechtigkeit, Gleichheit, Transparenz und dem Vertrauen in politische Prozesse und Institutionen beantwortet werden.

Publikationen (Auswahl):

  • 01/2020: Wahlkampffinanzierung und Demokratie in den USA, Baden-Baden: Nomos.
  • 02/2020: ’Drain or Fill the Swamp?’ - Entwicklungen im Bereich der Wahlkampffinanzierung unter Präsident Trump, in: Haas, Christoph C. et al. (Hrsg.): Eine Bilanz nach zwei Jahren Trump, Baden-Baden: Nomos, 101-118.
  • 01/2020: ’It’s all about the Money’ - Lobbyismus und Wahlkampffinanzierung in den USA, in: Lammert, Christian/ Siewert, Markus/ Vormann, Boris (Hrsg.): Handbuch Politik USA, Wiesbaden: Springer, 1-21.