Qualifikation und Nachwuchsförderung

An der Professur werden sowohl Dissertationen als auch Examensarbeiten betreut. Interessenten wende sich bitte an m.may@uni-jena.de (siehe auch Hinweise zu Examensarbeiten unter Downloads).

Laufende Dissertationen Inhalt einblenden

Chaomo Huang

Laufendes Dissertationsvorhaben: „Deutsche Erinnerungskultur und Politische Bildung aus chinesischer Sicht“

Betreuer: Prof. Dr. Michael May

Die Erinnerung an die NS-Vergangenheit und den Zweiten Weltkrieg unterliegen gegenwärtig vielseitigen Herausforderungen und Veränderungen. Zentrale Bedeutung nehmen dabei der Abschied von der Zeitzeugenschaft sowie der damit verbundene Wandel hin zu einer medialen Vermittlung von Erinnerung, politische Forderungen rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen nach erinnerungspolitischen Wenden oder die zunehmende Heterogenisierung der deutschen Gesellschaft durch Zuwanderung und die damit einhergehende Pluralisierung von Erinnerung ein. Dass Erinnerungskultur und Erinnerung an die NS-Vergangenheit und den Zweiten Weltkrieg immer auch eine pädagogische Dimension aufweisen, ist nicht zuletzt durch Adornos Forderung, dass alle Erziehung darauf hinzuwirken habe, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, klar. Insofern werden Erinnerung und Erinnerungskultur auch zum Gegenstand historisch-politischer Bildung. Weithin unklar ist indes – abgesehen von allgemeinen Bekundungen – der genaue Beitrag der Erinnerungskultur für die politische Bildung. Anliegen der Dissertation ist deswegen, den Beitrag der Erinnerungskultur für die politische Bildung im Spannungsfeld von Geschichtsbewusstsein, politischer Mündigkeit und Rechtsextremismusprävention genauer zu bestimmen und hierbei auch eine vergleichende Perspektive (Deutschland-China) zu nutzen.

 

Benjamin Moritz

Laufendes Dissertationsvorhaben: „Außerschulische Lernorte in der politischen Bildung. Eine qualitativ-empirische Studie“

Betreuer: Prof. Dr. Michael May

Die Auseinandersetzung mit außerschulischen Lernorten erfolgt in der Politikdidaktik vorwiegend auf der theoretisch-konzeptionellen Ebene. Trotzdem Begegnungen zwischen Schülern und außerschulischen Lernorten in der Praxis häufig stattfinden, liegen also kaum empirisch gesicherte Erkenntnisse über die Interaktion zwischen Schülern und Ort vor. Das Projekt widmet sich diesem Forschungsdesiderat der Politikdidaktik und konzentriert sich dafür auf den Lernort Landtag. Ausgehend von der Annahme, dass Exkursionen eher vorhandene Wissensbestände der Schülerinnen und Schüler bestätigen und für die Wahrnehmung der Orte besonders implizite Wissensbestände (z.B. alltagsweltlich verinnerlichte Vorurteile über Politik) Relevanz erlangen, versucht das Projekt die Fragestellung zu beantworten, welche implizit handlungsleitenden Wissensbestände der Schülerinnen und Schüler das gemeinsame Erleben und Verarbeiten einer Exkursion zum Lernort Landtag strukturieren. Aus den empirisch generierten Ergebnissen sollen dann in einem zweiten Schritt didaktisch-methodische Schlussfolgerungen für politische Bildung am Lernort Landtag gezogen werden. Da in dem Projekt implizite und kollektiv geteilte Wissensbestände der Schülerinnen und Schüler im Fokus stehen, orientiert es sich an der Methodologie rekonstruktiver Sozialforschung. Es nutzt Gruppendiskussionen als Erhebungsinstrument, die eine bis eineinhalb Wochen nach dem Landtagsbesuch geführt werden. Dabei thematisiert eine kleine Gruppe Lernender ausgehend von einem Gesprächsimpuls selbstläufig ihre Erlebnisse während des Landtagsbesuchs. Die transkribierten Diskussionen werden dann mit Hilfe der Dokumentarischen Methode (Ralf Bohnsack) ausgewertet.

 

Stefanie Kessler

Laufendes Dissertationsvorhaben: “Die Demokratievorstellungen von PolitiklehrerInnen und ihre Bedeutung für den politischen Unterricht”

Betreuer: Prof. Dr. Michael May

Im Rahmen dieses Dissertationsprojekts sollen die subjektiven Demokratievorstellungen von PolitiklehrerInnen erhoben und der Frage nachgegangen werden, in welchem Zusammenhang diese zur Unterrichtspraxis stehen. Subjektive Demokratievorstellungen entsprechen hier persönlichen Alltagsvorstellungen und Alltagsdidaktiken von Demokratie. Im Zentrum der Forschungsarbeit steht das politikdidaktische Erkenntnisinteresse an der Bedeutung der subjektiven Demokratievorstellungen für den politischen Unterricht. Diese Fragestellung soll durch eine qualitative Studie im Sinne der rekonstruktiven Sozialforschung beantwortet werden. Zuerst werden die subjektiven Demokratievorstellungen von PolitiklehrerInnen unter Anwendung des halbstandardisierten Interviews zur Rekonstruktion subjektiver Theorien und der Struktur-Lege-Technik nach Scheele und Groeben erhoben. Diese werden anschließend mit der dokumentarischen Methode nach Bohnsack ausgewertet. Ziel ist es, eine Typisierung der subjektiven Demokratievorstellungen zu erstellen und eine erste Einschätzung über implizit und explizit handlungsleitende Vorstellungen der LehrerInnen für die Unterrichtspraxis zu gewinnen. Im Anschluss führe ich bei LehrerInnen, die kontrastierenden Typen zuzuordnen sind, eine teilnehmende Unterrichtsbeobachtung durch und interviewe ggf. hier auch SchülerInnen zu ihrer Wahrnehmung des Unterrichts. Die teilnehmende Beobachtung wird protokolliert und durch ein Forschungstagebuch ergänzt. Flankierend sollen einzelne Unterrichtsstunden auf Video aufgezeichnet werden. Die Auswertung erfolgt anschließend mit der Qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring anhand eines Kategoriensystems, das ich deduktiv aus der Typisierung ableite. Dieses Vorgehen ermöglicht es, die Demokratievorstellungen mit der Unterrichtspraxis in Bezug zu setzen.

 

Christian K. Tischner

Laufendes Dissertationsvorhaben: “Handlungsorientierung und Kompetenzentwicklung im Politikunterricht. Eine empirische Überprüfung der Leistung handlungsorientierter Methoden und Verfahren der politischen Bildung auf die Kompetenzentwicklung im Sinne des lebenslangen Lernens” 

Betreuer: Prof. em. Dr. Carl Deichmann

Auf Basis der für die politische Bildung vorgeschlagenen Kompetenzmodelle und EPAs sollen handlungsorientierte Unterrichtssequenzen analysiert und auf ihre Bedeutung für die Kompetenzentwicklung bei Schüler(inne)n untersucht werden.

Ziel des Promotionsvorhabens ist es herauszufinden, ob und in welcher Intensität Kompetenzen, die das lebenslange Lernen im Sinne politischer Bildung befördern, durch handlungsorientierte Methoden der politischen Bildung tatsächlich entwickelt werden.
Die unter Anwendung qualitativer Forschungsmethoden gewonnenen Erkenntnisse sollen ein empirisch gesichertes Wissen über die Wirkzusammenhänge von Kompetenzentwicklung, Bedingungsgefügen (Lernvoraussetzungen der Schüler, Lehrerpersönlichkeit) und handlungsorientierten Unterrichtsmethoden geben.

Mit den Untersuchungsergebnissen soll das Ziel verfolgt werden, Konsequenzen für die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen in der politischen Bildung bezüglich der Befähigung zu lebenslangem Lernen aufzuzeigen, Rückschlüsse für die Ausbildung und Professionalisierung des Lehrpersonals zu ziehen, wissenschaftlich unterlegte Hinweise für zu formulierende Bildungsstandards in der politischen Bildung zu geben und die Entwicklung diagnostischer Verfahren zur Messung politischer Kompetenzen zu forcieren.

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Steffen Piller

“Ökonomie in der schulischen politischen Bildung – die Integration ökonomischer Aspekte unter besonderer Berücksichtigung der modernen Institutionenökonomik”

Betreuer: Prof. em. Dr. Carl Deichmann/Zweitbetreuer: Prof. Dr. Michael May 

Dennis Hauk

“Die Förderung der politischen Analyse- und Methodenkompetenz bei Schülern durch E-Learning: Politikdidaktische und empirische Grundlegung eines problem- und aktualitätsbezogenen Lernmodells”

Betreuer: Prof. em. Dr. Carl Deichmann/Zweitbetreuer: Prof. Dr. Michael May

Aktuelle Examensarbeiten Inhalt einblenden

Wintersemester 2018/ 2020

Marion Hartenstein: Wege zur Urteilskompetenz

Ingrit Meiland: Hatespeech in Schule und Unterricht. Dynamiken im digitalen und analogen Raum

Paul Menger: Hatespeech. Eine qualitative Untersuchung

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