Zur Person
Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2012
Vita/ Akademische Lebenslauf
- Seit 11/2011 Lehrbeauftragte am Lehrstuhl Politisches System der BRD
- Seit 10/ 2011 Zulassung als Doktorandin am Institut für Romanistik der FSU Jena zum Thema „Nation Building. Die diskursive Konstruktion des Frankreichbildes in den Reden der französischen Staatspräsidenten der V. Republik. Eine kritisch-diskursanalytische Untersuchung der Neujahrsansprachen sowie der Reden an die französischen Gemeinden im Ausland 1958-2012.“
- Seit 08/2011 Etablierung eines Doktorandenforums am Institut für Romanistik der FSU Jena
- 04/2011 Abschluss M.A.
- 04/2010-07/2010 Lehrbeauftragte am Institut für Politikwissenschaft der FSU Jena, beauftragt mit der Durchführung der Übung „Actualités françaises“
- 08/2008-10/2008 Forschungsaufenthalt an der Dillard University/ Melton Foundation Internship in New Orleans, USA, zum Thema „Parents Expectations of Preschool Programs“
- 09/2007-07/2008 Studium am Institut d’Etudes Politiques in Paris, gefördert durch ein Erasmus Stipendium der EU und ein Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks für einen Forschungsaufenthalt in Paris. Thema der Forschungsarbeit: „La France – une VIe République? Débat sur la fin de la Ve République“
- Abschluss: Diplôme du Programme d’Echange du 1er Cycle
- Seit 10/2006 Stipendiatin der Melton Foundation
- 10/2004-04/2011 Studium der Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Romanistik an der FSU Jena
Forschungsschwerpunkte
Promotionsvorhaben
„Nation Building. Die diskursive Konstruktion des Frankreichbildes in den Reden der französischen Staatspräsidenten der V. Republik. Eine kritisch-diskursanalytische Untersuchung der Neujahrsansprachen sowie der Reden an die französischen Gemeinden im Ausland 1958-2012.“
Forschungsschwerpunkte
- Politisches System Frankreichs
- Politische Kulturforschung
- Sprache und Politik
- Identität
Publikationen
Thema der Abschlussarbeit:
„Das Frankreichbild in den Reden des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy an die französischen Gemeinden im Ausland“
Die Arbeit untersucht das Frankreichbild in den Reden des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy an die französischen Gemeinden im Ausland. Damit befasst sie sich mit der Untersuchung des nationalen Selbstbildes aus der Perspektive der Selbstwahrnehmung. Das Frankreichbild wird in Hinblick auf seine Beschaffenheit beschrieben. Darüber hinaus wird untersucht, auf welche Art und Weise das Frankreichbild vermittelt wird. Gleichsam wird der Einfluss des Frankreichbildes auf die Konstruktion der nationalen Identität Frankreichs eingeschätzt und die Instrumentalisierung des Frankreichbildes durch den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy aufgedeckt. Dabei steht die Untersuchung der sprachlichen Mittel im Vordergrund der Untersuchung. Die Arbeit erprobt eine Methodik, die in der Sprachwissenschaft entwickelt wurde für ein Thema, das in der politischen Kulturforschung anzusiedeln ist.
Es wird gezeigt, dass die Ausprägung des Frankreichbildes überwiegend positiv ist. 94,8% aller ermittelten Ausprägungen sind positiv und lediglich 5,2% negativ. Als französischer Staatspräsident ist Nicolas Sarkozy der Repräsentant der französischen Nation und in dieser Funktion besteht sein Ziel in der Verbreitung eines positiven Frankreichbildes in der Welt. Die massive Verwendung von Positivzuschreibungen kann als ein Versuch von Nicolas Sarkozy gewertet werden, um das Frankreichbild durch Bedeutungszuschreibungen zu stabilisieren. Es wird durch die positive Aufladung des Frankreichbildes ein relativ einseitiges Frankreichbild vermittelt. Zugleich ist das in den Reden zum Ausdruck kommende Frankreichbild kohärent und homogen. Gleichsam ist das Frankreichbild reformorientiert. Inhaltlich spiegeln die ermittelten Ausprägungen des Frankreichbildes die Reformbemühungen von Nicolas Sarkozy, wobei dies seiner politischen Ausrichtung entspricht. Die positiv normative Ausprägung wird in den Reden zum einen dazu eingesetzt, um die Adressaten der Reden von der Notwendigkeit der Modernisierung Frankreichs zu überzeugen und zum anderen, um das stereotype Element des Frankreichbildes vom Rang Frankreichs in der Welt aufrecht zu erhalten. Zur Selbstbeschreibung werden Konsenskategorien, also populäre Aspekte des nationalen Selbstbildes verwendet, die nicht auf Widerstand treffen. Damit liefert das Frankreichbild Identifikationsfläche. Zu diesen Aspekten gehören die Größe Frankreichs, die Rolle Frankreichs in der Welt, sowie das Sendungsbewusstsein der Nation. Zudem wird Frankreich als ein Freund definiert und als frei, souverän unabhängig und zuverlässig beschrieben. Es wird ein Bild von Frankreich gezeichnet, das sich für Frieden und Stabilität sowie für universale Werte, wie Freiheit und Gleichheit und für die Menschenrechte einsetzt. Hinzu kommt das Element des nationalen Stolzes auf die eigene Identität. Die Häufigkeitsanalyse von Wörtern und Wortgruppen, die das Frankreichbild kennzeichnen, führt zu dem Ergebnis, dass sich die Redefunktion des Solidarisierens und Integrierens im vom Staatspräsidenten verwendeten Vokabular zeigt. Durch den häufigen Gebrauch des Personalpronomen „nous“ wird das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit und das Einheitsbewusstsein der Bevölkerung geschärft. Dass er die üblichen Formeln „Vive la République“ und „Vive la France“ kaum verwendet, ist dagegen erstaunlich. Hinzu kommt, dass das Frankreichbild durch Werte geprägt ist, die als Identitätsträger fungieren. Dazu zählen Sicherheit, Frieden, Freiheit, Gleichheit, Wahrheit und Toleranz. Traditionelle Identitätselemente werden von Nicolas Sarkozy geschickt eingesetzt, um seine Reformagenda zu konsolidieren. Zu den Identitätselementen, die in den Reden angeboten werden, gehört unter anderem die „Grandeur“ der französischen Nation, wobei die Absicht verfolgt wird, bei den Adressaten der Reden das Bewusstsein für die französische Geschichte und Kultur zu stärken. Gleichsam sollen der Patriotismus und der Nationalstolz der Franzosen gesteigert werden. Hinzu kommen die Betonung der Schutzfunktion der nationalen Gemeinschaft und das Sendungsbewusstsein Frankreichs, das sich vorrangig auf die französische Kultur bezieht.
Abschließend wird festgestellt, dass Forschungsbedarf besteht hinsichtlich der Untersuchung nationaler Selbstbilder.