Tag der Politikwissenschaft 2015

Tag der Politikwissenschaft 11 Juni 2015

 

Der Auftakt des Tages der Politikwissenschaft gilt mit dem politikdidaktischen Symposium seit einigen Jahren den Lehrern, Studierenden und Referendaren im Fach Sozialkunde. Das politik-didaktische Symposium stand in diesem Jahr unter dem Titel: „Menschenrechte in der politischen Bildung“ und versuchte durch die Kombination aus politikdidaktischen Fachvorträgen und unterrichtspraktisch ausgerichteten Workshops eine sinnvolle Verbindung zwischen Theorie und Praxis politischer Bildung herzustellen. Dafür begrüßte Prof. Dr. Michael May (Professor für Didaktik der Politik der FSU-Jena und Direktor des Instituts für Politikwissenschaft) mit Prof. Dr. Karl-Peter Fritzsche, Mareike Niendorf, Anselm Cypionka und Toralf Schenk gleich mehrere ausgewiesene Theoretiker und Praktiker der Menschenrechtsbildung und der politischen Bildung. Die mit ihren Themen bestens vertrauten Referenten und der für den Sozialkundeunterricht äußerst bedeutsame Bereich Menschenrechte sorgten für einen gut gefüllten Vortragsraum. Bei der Ausrichtung dieser Veranstaltung wird die Professur Didaktik der Politik seit vielen Jahren von der Landeszentrale für politische Bildung (LZT), dem Thüringer Institut für Lehrfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) sowie dem Thüringer Landesverband der Deutschen Vereinigung für politische Bildung (DVPB) als Kooperationspartner tatkräftig unterstützt, ohne deren Hilfe die Veranstaltung in dieser Form nicht zu realisieren wäre.

Am Nachmittag folgte die traditionelle, akademische Festveranstaltung. Der Institutsdirektor Prof. Michael May begrüßte die anwesenden Absolventen, deren Familien sowie interessierte Studierende und Dozenten. Danach richtete der Dekan der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Prof. Dr. Wolfgang Seufert, ein Grußwort an die Anwesenden, indem er auf die besondere Verantwortung gegenwärtiger und zukünftiger Politikwissenschaftler in demokratischen Systemen, aber auch bei der Bewältigung weltweiter Krisen aufmerksam machte.Daran anschließend richtete Steve Biedermann, diesjähriger Absolvent des Instituts ein paar auffordernde und ermunternde Worte an seine Kommilitonen, sich dem genuin Politikwissenschaftlichem – dem Bohren harter Bretter – zu widmen. Er ließ seine Erfahrungen als Student in Jena, im Guten wie im Schlechten, Revue passieren und wünschte den Absolventen, trotz aller Chancen und Risiken auf dem Arbeitsmarkt, alles Gute für die Zukunft.Dass es gute Zukunftsperspektiven für Politikwissenschaftler gibt, bestätigen die beiden Alumni-Reden von ehemaligen Studierenden des Instituts. Toralf Schenk, Lehrer am Grete Unrein-Gymnasium in Jena und Fachleiter am Staatlichen Studienseminars in Gera berichtete in seiner Rede vom Freud und Leid des Lehreralltags. Frau Romy Arnold berichtete anschließend aus Ihrer Erfahrung als Mitarbeiterin einer Landtagsfraktion in Thüringen. Beide sahen sich durch die Ausbildung am Institut gut für ihre jeweiligen Arbeitsbereiche gerüstet und verwiesen auf das breite Repertoire an Skills, etwa sich schnell und detailliert in Themen einarbeiten und verschiedene Positionen kritisch evaluieren zu können, welche Politikwissenschaftler im Studium erwerben.

Dies bestätige auch Dr. Mario Voigt (CDU), Mitglied des Thüringer Landtages, ebenfalls Alumnus und Vorsitzender des Fördervereins des Instituts für Politikwissenschaft, der die Laudationes zu den besten Masterarbeitet verlas und feierlich die Urkunden für die besten Absolventen des Jahrgangs übergab.Geehrt wurden Alexander Gasch, Franziska Grau, Willi Hertelt, Hannah Jäger, Stephan Karth, Magdalena Münnig, Stefan Rau und Florian Schermann, die die besten Bachelor-Abschlüsse erreicht hatten. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen bzw. einem Masterstudium im Ausland konnten nur drei Absolventen die Auszeichnung persönlich entgegennehmen. In der Kategorie der besten Abschlussarbeiten wurden die Master-Arbeiten von Herrn Raphael Kruse (‘Soziale Interaktionen und individuelle Verbundenheit mit der Europäischen Union’), von Frau Franziska Sandt (‘Die Mandatierung von UN-Friedensoperationen. Trends und Erklärungsmuster seit 1990’) und Frau Sarah Schwahn (‘Discourse and Practice of Humanitarian Intervention in Libya’) ausgezeichnet. Frau Dorothee Suchomel wurde für Ihre Staatsarbeit zum Thema ‘Der narrative Ansatz in der politischen Bildung in Theorie und Praxis’ geehrt. Schließlich wurde Dr. Andreas Braune mit dem Preis für  seine mit summa cum laude bewertete Dissertation [genauen Titel einfügen] mit dem Promotionspreis ausgezeichnet.

Den Höhepunkt der Festveranstaltung markierte die emotionale Rede vom Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Ronald Jahn. Herr Jahn widmete sich in seiner Rede dem Spannungsverhältnis von Anpassung und Widerspruch, ein Thema dass er Ehemaliger der Friedrich-Schiller Universität in Jena selbst erlebte. Herr Jahn wurde in der DDR von der FSU verwiesen, da er sich kritisch gegenüber der Ausbürgerung von Wolf Biermann äußerte. Er betonte, dass der Spagat zwischen Anpassung und Widerstand nicht nur zu den alltäglichen Herausforderungen in autoritären Regimen gehöre, sondern auch eine zentrale Bedeutung für den Fortbestand parlamentarischer Demokratien habe.

Nach der akademischen Festveranstaltung in der ehrwürdigen Aula des Hauptgebäudes der Universität widmete sich die Festgesellschaft den materiellen Freuden. Die Studierenden des Fachschaftsrats waren wieder so freundlich und versorgten die Festgesellschaft mit frischer Bratwurst und Getränken. Nach einer kurzen Stärkung erhielten schließlich die erfolgreichen Absolventen des Instituts ihre Abschlussurkunden. Der Abend klang mit zahlreichen spannendend Gesprächen zwischen Absolventen, Studierenden und Dozenten allmählich aus. Für besonders feierwütige Veranstaltete der Fachschaftsrat für Politikwissenschaft ab 22 Uhr sein jährliches Sommerfest, zusammen mit dem FSR Kommunikationswissenschaft im traditionellen Jenaer Rosenkeller.

Das Institut bedankt sich bei allen Sponsoren, Teilnehmern und Organisatoren und insbesondere bei Frau Schildhauer für die Hauptorganisation.